Technologie
Biologische Dominanz durch Einsatz von probiotischen Bakterien.
Eine gezielte hohe Anfangsdosierung schafft eine Überzahl probiotischer Bakterien. Im gemeinsamen Lebensraum leben sie mit unerwünschten Bakterien im Wassersystem. Die probiotische Dominanz begrenzt deren weitere Vermehrung, während die ausgewählten Stämme vorhandene EPS-Beläge als organische Nahrung verstoffwechseln.
Gemeinsamer Lebensraum. Begrenzte Nahrung.
Probiotische und bereits vorhandene Bakterien teilen sich Lebensraum und Nährstoffquellen. Die hohe Anfangsdosierung verschiebt das Mengenverhältnis zugunsten der Probiotik. Der gesamte Nährstoffverbrauch und die Konkurrenz um Platz begrenzen die Bedingungen für die weitere Vermehrung aller Bakterien. Der natürliche Lebenszyklus der Bakterien von ca. 3 bis 4 Tagen bringt dann die Probiotik in die Dominanz gegenüber den unerwünschten, pathogenen, biofilmbildenden und Allergien auslösenden Keimen.
Die probiotischen Bakterien töten keine anderen Bakterien. Die für das Verfahren ausgewählten Stämme sind keine Biofilmbildner und verstoffwechseln die vorhandene klebrige EPS-Matrix (extrazelluläre polymere Saccharide) als organische Nährstoffquelle. Ziel ist es, bestehende Beläge schrittweise zu verringern und neuen Biofilmaufbau nicht entstehen zu lassen. Verlauf und Wirkung bringen an der jeweiligen Anlage biologisch reine Wasserkreisläufe.

- Probiotische Bakterien
- Gemeinsame organische Nahrung
- Unerwünschte Bakterien
Die Wirkungsweise im Detail.
Probiotische Überzahl
Das Dosierkonzept sieht eine hohe Anfangsmenge vor, die probiotische Bakterien zahlenmäßig in die Überzahl bringt. Sie teilen Lebensraum und Nahrungsquellen mit den bereits vorhandenen Bakterien.
Gemeinsames Leben & Regulation
Nicht genügend Nahrung und Platz pro Bakterium erschwert die Vermehrung der Bakterien. Über Quorum Sensing kommunizieren Bakterien miteinander. Wie sich ihre Aktivität dadurch verändert, hängt von Stamm und Umgebungsbedingungen ab.
Quorum Sensing
Die Enge wird als Information unter den Bakterien kommuniziert. Das veranlasst die in der Unterzahl auftretenden unerwünschten Bakterien, ihre Aktivitäten freiwillig zu beenden, darunter Zellteilung, Vermehrung und Resistenzbildung. Dabei werden keinerlei Bakterien getötet.
EPS-Abbau & Systempflege
Die dann in Dominanz vorhandenen probiotischen Keime sind selbst keine Biofilmbildner. Aufgebauter EPS-Biofilm wird als natürliche Nahrung verstoffwechselt, bis die Oberflächen der Wasserkreisläufe frei und biologisch rein sind.
Phase 01Probiotische ÜberzahlEine gezielte hohe Dosierung schafft eine Überzahl probiotischer Bakterien.
Phase 02Gemeinsames Leben & RegulationNicht genügend Nahrung und Platz pro Bakterium erschwert die Vermehrung. Beide Gruppen teilen denselben Lebensraum.
Phase 03Quorum SensingDie Enge wird unter den Bakterien kommuniziert. Unerwünschte Bakterien in der Unterzahl beenden freiwillig Vermehrung und Resistenzbildung. Es werden keine Bakterien getötet.
Phase 04EPS-Abbau & SystempflegeDie probiotischen Stämme sind keine Biofilmbildner. Die vorhandene EPS-Matrix wird als Nahrung verstoffwechselt, bis die Oberflächen frei sind.
- Probiotische Bakterien
- Gemeinsame organische Nahrung
- Unerwünschte Bakterien
- Vorhandene EPS-Matrix
Technische Punkte für die Bewertung.
Werkstoffverträglichkeit
Werkstoffe, Dichtungen und Beschichtungen werden von der Probiotik nicht angegriffen.
Dosiertechnik
Dosierstation und Impfstelle werden bei der Bestandsaufnahme geklärt.
Mikrobiologische Entwicklung
Wir prüfen mit Proben, wie sich die Bakterien in der Anlage entwickeln. Ob sie gegen Wasserzusätze immun sind, kann durch Proben ermittelt werden.
Wasserzusätze
Probiotik ist grundsätzlich verträglich mit allen Wasserzusätzen wie Härtestabilisatoren, Korrosionsinhibitoren und pH-Regelungen und beeinflusst deren Ergebnis nicht, solange diese Zusätze nicht biozid sind.
Arbeitssicherheit
Die verwendeten probiotischen Bakterien entsprechen BioSafety Level 1, sind nach den vorliegenden Gefahren geprüft und gegenüber Mensch und Tier unbedenklich. Sie werden selbst in Kliniken eingesetzt.
Abwasser
Mit Probiotik beimpftes Wasser kann jederzeit in die kommunale Abwasserentsorgung eingeleitet werden.